Normalerweise geht’s hier ja im Webdev-Themen & Co. – aber heut möchte ich über meinen letzten Kurzurlaub ein paar Worte verlieren. Im vergangenen Sommer 2009 konnte ich arbeitsbedingt leider keinen großen Urlaub machen. Dafür habe ich mir ein paar Tage an der Ostsee gegönnt, genauer gesagt auf der Insel Usedom. Da ich erst Bedenken hatte an der Ostsee Urlaub zu machen (hatte für mich bisher eher ein Rentner-Image), diese jedoch bei dem Aufenthalt vollständig ausgeräumt wurden, möchte ich eich die empfehlenswerte Gegend mit ein paar Wochen Abstand auch etwas näher bringen.
Usedom gilt als die sonnenreichste Insel Deutschlands. Dies beginnt bei einer abwechslungsreichen Landschaft mit dem offenen Meer und seiner rauen Küste. Dazu hat Usedom einen über 40 Kilometer langen, bis zu 70 Meter breiten Ostseestrand. Unterkünfte gibt es wie den Sand am Strand
– in allen Arten, Größen und Preisklassen.
Wenn man mit dem Auto anreisen möchte, um möglichst mobil zu sein, sollte man die von Rostock nach Stettin führende Autobahn A20 nutzen. Von der Autobahn gelangt man entweder über die Abfahrt Jarmen und die B110 über Anklam, Murchin und die Klappbrücke Zecherin nach Usedom/Stadt oder über die Abfahrt Greifswald und dann weiter in Richtung Wolgast über die Peenebrücke und die B111 nach Zinnowitz bzw. zu den weiteren Ostseebädern der Insel Usedom. Ganz einfach mal bei Google Maps schauen
Man kommt in den Sommermonaten sogar per Direktflugverbindungen von verschiedenen deutschen Flughäfen zu dem Regionalflughafen Heringsdorf. Mit der Bahn kann die Anreise über Wolgast und die Usedomer Bäderbahn erfolgen. Soll auch ganz gut gehen. Ich bin mit dem Auto über die Klappbrücke Zecherin gefahren.
Übernachtungsmöglichkeiten gibt es diverse auf Usedom. Die Palette reicht von “günstig” (Jugendherberge oder Campingplatz) über eine große Anzahl von Ferienwohnungen und Ferienhäusern bis hin zu luxuriösen Appartements in den Hotels der drei Kaiserbäder (so nennt man Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin – wusste ich auch erst nicht). Um möglichst viel von Usedom zu erkunden, kann ich Koserow empfehlen. Wenn man Quartier in einer Ferienwohnung in Koserow bezieht, lassen sich von hier aus auf kurzem Wege sowohl die Norden als auch Süden der Insel erkunden.
Koserow und die umliegenden Gemeinden Loddin und Zempin besitzen neben vielen Ferienwohnungen und einigen Hotels auch zwei moderne Campingplätze. In den Ortschaften gibt es alte (aber renovierte) Villen genauso wie mit Reet gedeckte Häuser. Sehr nett und idyllisch.
Bevor ich auf die “Sehenwürdigkeiten” und Ausflugsziele eingehe, noch ein paar Worte zu den Bädemöglichkeiten – schließlich findet der Urlaub direkt am und im Wasser statt. Die Badesaison reicht in der Regel von Juni bis September bei durchschnittlichen Wassertemperaturen zwischen 14°C und 17°C. Dabei ist der Juli der wärmste aber gleichzeitig auch der Monat mit dem meisten Regen. Wer es ruhiger mag, soll bei den Stränden vor Karlshagen, Trassenheide und Zempin geht aufgehoben sein (dort war ich selbst allerdings nicht).
Die Strände von Zinnowitz, Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin zählen zu den schönsten der Insel, sind aber in der Saison jedoch auch entsprechend gut gefüllt. Ich habe dort entgegen meiner “Befürchtung” aber nicht nur älteres Publikum jenseits der 60 gesehen, sondern auch viele jüngere Leute. Begründung: fast überall stehen Wassersportangebote bereit. Die Wasserqualität erhält außerdem laut Reiseführer durchweg gute bis sehr gute Noten.
Die etwa 160 Kilometer lange Küste zum Peenestrom, dem Haff und Achterwasser ist allerdings nur an wenigen Stellen als Badestrand geeignet. Hier findet man eher Schilf, bewachsene Deiche und eine oft bis ans Wasser reichende Steilküste. Zum Spatzieren nett, aber halt nicht zum Baden geeignet. Sollte man besser wissen
Zurück nach Koserow, wo ich untergekommen bin. Der Loddiner Strand liegt im Ortsteil Kölpinsee. Der Sandstrand fällt sanft zur Ostsee ab und wird gern auch von den Gästen der Mutter-Kind Kurklinik in Kölpinsee und denen des in der Nähe befindlichen modernen Zeltplatzes genutzt. Wer kein Problem mit Kids & Müttern hat sollte auf jeden Fall hin – wer lieber seine Ruhe vor den Schreihälsen hat, geht besser nach Ahlbeck, Heringsdorf & Co. Sehr schön fand ich allerdings den namensgebenden Kölpinsee, sollte man sich einfach mal ansehen.
Empfehlenswert ist definitiv ein Besuch der drei Kaiserbäder (wie gesagt, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin). Die drei Orte sind durch eine schicke, 7 Kilometer lange Seepromenade und einen durchgehenden etwa 12 Kilometer langen Sandstrand verbunden. Beim Langschlendern kann man sich die hellen Fassaden, Giebel, Türmchen und Säulen der Bäderarchitektur ansehen. In allen drei Ortschaften gibt es unzählige Hotels, Restaurants, Gaststätten, Cafés und kleine Läden. Fisch essen gehen kann ich sehr empfehlen (liegt ja auch nahe so direkt am Meer).
Noch ein Tipp: die Seebrücken von Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck – wobei die in Heringsdorf mit ihrer Länge von 508 Meter (hab ich nachgelesen) sogar die längste in Kontinentaleuropa ist.
Die drei Kaiserbäder sind wirklich die attraktivsten Reiseziele auf der Insel Usedom, wenn man auf etwas Trouble steht und bieten ein breitgefächertes Angebot für Wellness, hochwertige Restaurants und erstklassige Hotels. in den Wellnesshotels gibt es bspw. regelmäßig Modenschauen und andere kulturelle Highlights (davon habe ich mich jedoch nicht überzeugt, sondern lieber die Natur genossen). Wer schon einmal einen Urlaub auf Rügen verbracht hat (da war ich ja 2008), wird vergleichbares aus den Seebädern Binz und Sellin kennen.
So, das waren meine Tipps zur Usedomreise in “Kurzform”
mit den bekanntesten Orten und Sehenswürdigkeiten, die ich jedem nur empfehlen kann. Vielleicht habt ihr jetzt ja auch Lust bekommen für 2010
Ich werde es bei einem Kurztripp über 3 oder 4 Tagen jedenfalls wieder in Betracht ziehen. Hätte echt nicht gedacht, dass man solch eine schöne Gegend mit Strand und allem was dazu gehört fast vor der Haustur findet!