Nachteile von DRM für den Rechteinhaber/User

Nachteile ergeben sich vorrangig für den User, der um aktuelle (wenn auch rein rechtlich betrachtet nicht unbedenkliche) Möglichkeiten beschnitten wird, sowie für die Allgemeinheit, die auf das Recht auf freien Wissenszugang besteht.

Als häufig nachteilig für den User angeführtes Argument, stellt sich das erhöhte Risiko der Verletzung von geltenden Datenschutz und der Privatsphäre dar.
Der Kunde ist an dem Schutz seiner persönlichen Daten interessiert. Sobald vom Konsu-menten bevorzugte Stücke eindeutig identifiziert und ihm zugeordnet werden können, be-steht der Verdacht, das Nutzerprofile mit Vorlieben und Abneigungen von den Rechteinha-bern erstellt werden könnten. Was mit den erhobenen Daten über die Nutzung auf Seiten des Content Providers hinaus geschieht, ist ungewiss und lässt reichlich Spielraum für Spe-kulationen. Ein weiterer Schritt zum "gläsernen Menschen" ist somit vollzogen. Die Forderung nach Anonymität ist bisher vollkommen ungeklärt.

Die bisher gebräuchlichen DRMS sind proprietäre Technologien, welche eine effiziente Integration erschweren. Einen vorherrschenden Standard gibt es nicht, sondern viele unterein-ander konkurrierende Systeme, die durch ihre Verschiedenheit inkompatibel sind und da-durch eine Vereinheitlichung unmöglich machen. Der User muss sich verspitzt formuliert im Beispiel der Musikbranche bei jedem Store des einzelnen Plattenlabels registrieren, um an die gewünschten Inhalte gelangen zu können.

Das Konzept eines DRMS ist grundsätzlich einfach, aber in der technischen Umsetzung un-gemein umfangreicher und schwieriger. In diesem Zusammenhang sollte das Internet als offenes Informationsmedium betrachtet werden, welches gänzlich ungeeignet für die DRMS-nötige total Kontrolle zum langfristigen Schutz von digitalen Inhalten ist.
Außerdem sind DRMS geschlossene Systeme, die nur sehr zögerlich Anwendung in dem offenen Internetsystem finden werden.

Innovation und Forschung werden deutlich eingeschränkt, wenn eine totale Kontrolle über Wissen in digitaler Ausprägung erfolgt (Wissen wird an dieser Stelle in Form von Bild, Text, Literatur etc. verstanden, nicht als Musik oder Film).